Trockensubstanz (TS) / Trockenrückstand (TR)
Definition
Die Trockensubstanz (TS) — auch Trockenrückstand (TR) oder Trockenmasse (TM) — ist der Feststoffanteil eines Klärschlamms nach vollständiger Verdampfung des Wassers. Sie wird als Masse (kg, g) oder als prozentualer Anteil an der Gesamtschlammmasse angegeben und ist der zentrale Kennwert zur Charakterisierung von Klärschlämmen.
Bestimmung
Die Bestimmung erfolgt durch Trocknung einer Schlammprobe bei 105 °C bis zur Gewichtskonstanz. Das verdampfte Wasser ergibt den Wasseranteil, der verbleibende Rückstand ist der TR-Gehalt.
Einheiten:
TS (Trockensubstanz): absolute Masse in kg oder g
TR (Trockenrückstand): prozentualer Anteil an der Schlammmasse [%]
TSR (Trockensubstanzgehalt): Konzentration in kg/m³ oder g/l
Typische TR-Werte im Klärprozess
Klärteich-Schlamm (Seeboden): 1–5 %
Flüssigschlamm (frisch): 0,5–6 %
Nach mechanischer Entwässerung (Zentrifuge): 20–30 %
Nach Entwässerung (Kammerfilterpresse): 30–45 %
Teilgetrocknet: 50–85 %
Vollgetrocknet: 90 %
Bedeutung für die Praxis
Der TR-Gehalt bestimmt maßgeblich:
Transportkosten: Je höher der TR, desto weniger Volumen/Gewicht muss transportiert werden. Eine Verdopplung des TR-Gehalts halbiert grob die zu transportierende Masse.
Entsorgungskosten: Abrechnungsgrundlage ist häufig die Trockenmasse in Megagramm (Mg TM), nicht das Nassvolumen.
Heizwert: Höherer TR = höherer Heizwert = bessere Verbrennbarkeit.
Handhabbarkeit: Ab ca. 20 % TR ist Schlamm stichfest und kann mit Radladern bewegt werden.
Auch bei Industrieschlämmen (z. B. aus der Metallverarbeitung, Galvanik oder Lebensmittelproduktion) ist der TR der entscheidende Kennwert — sowohl für die Wahl des Entwässerungsverfahrens als auch für die Entsorgungskosten.