Durchsatzmenge (Q)
Definition
Die Durchsatzmenge Q (auch: Volumenstrom) ist die Nassschlammmenge, die pro Zeiteinheit durch eine Anlage oder Maschine geleitet wird. Sie wird in m³/h (Kubikmeter pro Stunde) angegeben und ist eine der grundlegenden Betriebsgrößen für alle Entwässerungs- und Fördertechnik in der Schlammbehandlung.
Warum taucht das im Leistungsverzeichnis auf?
Die Durchsatzmenge ist die Angabe, die beschreibt, wie viel Nassschlamm pro Stunde verarbeitet werden muss. Sie bestimmt, welche Maschinengröße der Dienstleister einsetzen muss und wie lange die Anlage auf dem Gelände steht. Wer im Leistungsverzeichnis nur ein Gesamtvolumen (m³) angibt, ohne Aussage über den gewünschten Tagesdurchsatz, lässt dem Dienstleister Spielraum bei der Gerätewahl — und damit beim Preis.
Bedeutung in der Praxis
Die Durchsatzmenge bestimmt:
Pumpengröße und Rohrleitungsdimensionierung:
Der Volumenstrom legt die Nennweiten der Leitungen und die Förderleistungen der Exzenterschnecken- oder Kreiselpumpen fest.
Maschinenwahl:
Zentrifugen und Pressen werden nach maximalem Volumenstrom ausgelegt.
Projektlaufzeit:
Bei mobilen Einsätzen (z. B. Klärteich-Entschlammung) bestimmt die Durchsatzmenge direkt, wie viele Tage die Anlage vor Ort steht.
Anbindung an Speicher- und Pufferbehälter:
Unterschiede zwischen Schlammanfall und Entwässerungskapazität werden über Volumenpuffer ausgeglichen.
Zusammenhang mit anderen Kenngrößen
Feststofffracht [kg TS/h] = Q [m³/h] × Feststoffkonzentration [kg TS/m³]
Bei einem TR-Gehalt von 3 % (= 30 kg TS/m³) entspricht ein Volumenstrom von 5 m³/h einer Feststofffracht von 150 kg TS/h.
Typische Volumenstrom-Klassen
EW steht für Einwohnerwert — eine Rechengröße, die den Abwasseranfall einer Person pro Tag beschreibt und zur Bemessung von Kläranlagen und Klärteichen verwendet wird.
Kleine Kläranlage (< 20.000 EW)
2–10 m³/h
Mittlere Kläranlage (20.000–100.000 EW)
10–40 m³/h
Große Kläranlage (> 100.000 EW)
30–150 m³/h
Mobile Entwässerungsanlage (Klärteich, Industrie)
je nach Gerät: 3–20 m³/h
Industrieschlämme (z. B. aus Galvanik, Lackierung oder Lebensmittelverarbeitung) liegen häufig im unteren Bereich und schwanken stark je nach Produktionsrhythmus — was bei der Auslegung von Pufferbehältern zu berücksichtigen ist.
Abgrenzung
Die Durchsatzmenge Q (Nassvolumen) ist nicht zu verwechseln mit der Feststofffracht (Trockenmassefluss). Für die Auslegung von Flockungsmitteldosierung und Maschinenleistung ist immer die Feststofffracht die entscheidende Größe — die Durchsatzmenge allein sagt nichts darüber aus, wie viel Trockenmasse tatsächlich verarbeitet wird.